E U R E G I O    C A R O L U S   M A G N U S


                                        G R E N Z E N   I N   F L U S S


     W i s s e n s w e r t e s


                                        H i s t o r i s c h e s


                                                                      K u r i o s e s     



r u n d   u m   d a s   S t ä d t e d r e i e c k

M A A S T R I C H T   -   A A C H E N   -   L Ü T T I C H



v o n


J o h a n n a   K a m e r m a n s


V O R W O R T

Die Einführung des Euros als alleingültiges Zahlungsmittel ist nach dem Schengener Abkommen der offenen Grenzen ein weiterer Meilenstein im europäischen Einigungsprozess. Und auch der 1999 in Kraft getretene Vertrag von Amsterdam wird hierzu einen wesentlichen Beitrag liefern, indem Europa jetzt vor allem den Menschen näher gebracht wird. Oder wie es in einer Publikation der Europäischen Kommission heisst :"Durch eine besssere Beteiligung der Bürger und einen deutlicheren Zuschnitt der Verträge auf ihre Belange und Bedürfnisse die politische Identität der Europäischen Union zu stärken".

Diese Intention dürfte nichtzuletzt aus der allmählich gewachsenen Einsicht entstanden sein, dass bei vielen Menschen der europäische Einigungsprozess nur unzureichend eingesetzt hat - offensichtlich ist diesbezüglich noch ein weiter Weg in Richtung " Europäisierung des Alltags" zu gehen. Vielen verläuft das Ganze einfach zu schnell, nicht wenige fühlen sich geradezu überfahren von der unentwegten Flut neuer Regelwerke und Umstellungen - "eine Mauer in den Köpfen" sozusagen. Und überhaupt: was wissen die europäischen Menschen eigentlich von einander, von ihrer Geschichte oder auch ihres kulturellen Erbguts und ist es dann nicht an der Zeit jedenfalls "um die Ecke" davon Kenntnis zu nehmen?

Das vorliegende Buch will auf seiner speziellen Art, d.h. geschrieben aus der Sicht eines solchen betreffenden europäischen Menschen, einen Beitrag dazu liefern, die aktuellen Einigungsprozesse besser und fundierter einschätzen zu können. Die Idee "Europa ohne Grenzen" wird nur gelingen, wenn das Interesse für einander geweckt bzw. aufrecht erhalten werden kann.

Hierzu wurde mit der Euregio Carolus Magnus (ECM) - als kulturhistorische Spiegelung der eher wirtschaftlich-geografischen angelegten Euregio Maas-Rhein (EMR) - ein spezielles Stückchen Miniatur-Europa hervorgehoben, mit besonderer Betonung des vor allem in früheren Zeiten überaus bedeutungsvollen Städtedreiecks Maastricht-Aachen-Lüttich. Gerade in diesem historisch derart bewegten Teil Europas ist der Werdegang der bereits in früheren Zeiten angegangenen Idee "Europa ohne Grenzen" überaus detailliert und aufschlussreich nachzuvollziehen.

Nicht nur Grenzen überschreitend, sondern vor allem Zeiträume übergreifend wird auf diese Weise ein vielfältiges und lebendiges Bild der Euregio-Geschichte entworfen. Die vielen "Gucklöcher in die Vergangenheit", aufgemacht mit viel Neugierde und durchaus kritischem Entdeckergeist, zeigen eine nichtzuletzt von persönlichen Erfahrungen geprägte Sicht auf diesen einmaligen Mini-Europa-Kosmos voller wissenswerter, historischer und kurioser Gegebenheiten.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, ist derart eine wahre Fundgrube entstanden für alle, die die Europa-Gedanke von einer ganz anderen, neuartigen Seite kennenlernen möchten. Auf den Spuren Karls des Grossen wird dazu eingeladen ganz besondere Städte, Landschaften, Sehenswürdigkeiten und Menschen in der Euregio Carolus Magnus kennenzulernen oder vor Ort zu entdecken - als seine unentwegten (europäischen) Enkel sozusagen...!


Maastricht, 2002 Johanna Kamermans


Hinweis:
Aus verständigungstechnischen Ueberlegungen ist im vorliegenden Buchtext der französische Eigenname Liège durch Lüttich ersetzt worden - ebenso entspricht Jülich dem niederländischen Gulik.



E I N L E I T U N G

Euregio Maas-Rhein

Die Euregio Maas-Rhein, kurz EMR genannt (www.euregio-mr.org), wurde 1974 auf Initiative der Gouverneure von Niederländisch- und Belgisch- Limburg sowie des Regierungspräsidenten von Köln - an Stelle der damals noch zu bildenden Regio Aachen im Lande Nordrhein-Westfalen - gegründet. In 1978 kam die wallonische (französischsprachige) Provinz Lüttich dazu, während die belgischen Ostkantone - als neugegründete "Deutschsprachige Gemeinschaft" innerhalb der Region Wallonie - 1992, anlässlich der Umgestaltung Belgiens zu einem Föderalstaat, aufgenommen wurden. Zur gleichen Zeit kam Belgisch- Limburg als Provinz in die Zuständigkeit der Region Flandern ( "Gewest Vlaanderen"), während für Niederländisch-Limburg die Region "Südlimburg" (siehe für die Abgrenzung EMR-Karte) in der Euregio Maas-Rhein vertreten ist.
Die genannten fünf Partner der Euregio Maas-Rhein bilden ein ungemein vielschichtiges Konglomerat, in welchem nicht weniger als drei Sprachgebiete und diverse politisch-verschiedenartige Verwaltungen enthalten sind. Gemessen an den jeweiligen nationalen Machtzentren liegen die EMR-Partnergebiete in ausgesprochen peripherer Lage, während das belgische Brüssel, als Hauptstadt der Europäischen Union, dagegen nur rund 90 km vom EMR-Verwaltungszentrum Maastricht entfernt ist - im EU-Sinne ein sicherlich nicht zu unterschätzender Vorteil für die Belange der Euregio Maas-Rhein...
Für die Struktur der EMR ergeben sich die nachfolgenden Vergleichsdaten (1995):

 

NIEDERLANDE

BELGIEN

DEUTSCHLAND


Mitglieder

Südlimburg

Provinz
Limburg

Provinz
Lüttich

Deutschsprachige
Gemeinschaft

Regio
Aachen


Gebietsfläche
in qm

681

2.400

3.008

854

3.535


Einwohner

641.600

755.000

934.000

68.200

1.187.000


Hauptstädte
Einwohner

Maastricht
115.000

Hasselt
65.500

Lüttich
202.000

Eupen
17.000

Aachen
245.000


Sprachen

Niederländisch

Flämisch

Französisch

Deutsch

 

Auf insgesamt fast 10.500 qkm bilden die etwa 3.6 Millionen EMR-Einwohner (1995), durchaus vergleichbar mit der Einwohnerzahl Berlins, eine überaus bedeutende Wirtschaftskraft im Zentrum der Europäischen Union und haben diese bereits vor Jahren den ersten europäischen Einigungsprozess gewissermassen vorweggenommen - weil es gar nicht anders ging...! Denn zu den vorgenannten strukturellen Daten der Euregio Maas-Rhein gehört nichtzuletzt die Tatsache, dass diese Region in einem Umkreis von 50 km rundum Maastricht zu den dichtstbevölkerten Gebieten Europas zählt - und die Bevölkerungszahl ist steigend ( 3.7 Mio in 2001).

Die, wie bereits gesagt, aus nationaler Perspektive ausgeprägt periphere Lage, die fast 400 km langen Grenzen zwischen den einzelnen (nationalen) EMR-Gebieten sowie die aus früheren, noch gar nicht lange zurückliegenden Zeiten überaus lebendig gebliebenen wirtschaftlichen und kulturellen Verzahnungen zwangen geradezu zur baldigen euregionalen Zusammenarbeit, zur europäischen "Aktion der ersten Stunde" sozusagen...

Nichtzuletzt die niederländische Königin Beatrix hat sich für diese euregionale Idee stark gemacht und derart hat sich - dank dieser wahrlich königlichen Geburtshilfe - mit der Euregio Maas-Rhein ein höchst interessantes Gebilde herauskristallisiert, das seinesgleichen in Europa sucht. Die älteste grenzüberschreitende Euregio in Westeuropa ist sie allerdings nicht: hierauf macht die bereits 1957 gegründete deutsch-niederländische Regio Gronau-Enschede Anspruch, wobei noch zu vermerken ist, dass die Regiobildung entlang der europäischen Grenzen überhaupt auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Bekannte weitere Beispiele hierfür sind u.a. die Euregios Dollart-Ems, Rhein-Waal, Rhein-Maas Nord als auch die Regio Basiliensis (mit der schweizerischen Stadt Basel als Mittelpunkt), die alle gleichfalls überaus starke wirtschaftliche Gebilde sind.

In der Euregio Maas-Rhein ist sodann das niederländische "Südlimburg" das am dichtesten bevölkerte Gebiet: hier leben gut 20 Prozent der EMR-Bewohner auf nur 8 Prozent der gesamten Euregio-Fläche, während für die übrigen Partnergebiete die weiteren (abgerundeten) Vergleichszahlen lauten:


- Provinz Belgisch-Limburg 20 bzw. 22 Prozent
- Provinz Lüttich 27 bzw. 36 Prozent
- Region Aachen mit der kreisfreien Stadt Aachen und den Kreisen Aachen, Düren, Heinsberg und Euskirchen 31 bzw. 33 Prozent

Weiter verfügt die EMR über eine enorme Wirtschaftskraft mit industriellen Ansiedlungen jeglicher Art, wobei - neben den traditionellen Industriezweigen - vor allem die in den letzten Jahren sprunghaft nach vorne gekommenen High-Tech-Industrien ins Auge springen. Aber auch mit ihren über 100.000 Studenten in den zahlreichen Unterrichts- und Research-Instituten der insgesamt sechs euregionalen Universitäten bzw. Hochschulen ist die Euregio Maas-Rhein auf die stets wachsenden Anforderungen der Modernität bestens eingestellt. Derart verflochten geht die euregionale Zusammenarbeit bereits weit über die anfänglich rein verwaltungstechnischen bzw. kulturmässigen Schwerpunkte hinaus, doch gleichzeitig erleichtern die vielen zu berücksichtigenden nationalen Interessen das Ganze keinesfalls und erst mit der Gründung des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung - samt der damit einhergehenden Programme und Gelder - kamen neue Impulse zum Tragen. Hierzu bekam die ursprüngliche Arbeitsgemeinschaft Euregio Maas-Rhein in 1991 die juristische Form einer Stiftung nach niederländischem Recht, angesiedelt im Gouvernement, dem architektonisch äusserst interessanten Regierungs- und Verwaltungssitz der niederländischen Provinz Limburg im Süden Maastrichts, direkt am Westufer der Maas. Dort wo 1992 auch der berühmte Vertrag von Maastricht (Einführung des Euros!) unterzeichnet wurde und der Anstoss gegeben wurde zu einem wahrhaft beispiellosen Umsetzung der Europa-Idee.

Als Stiftung ist die EMR derart zum direkten Ansprechpartner für die Brüsseler EU-Bürokratie geworden und kann sie in der Folge teilhaben an den diversen, überaus lukrativen EU-Töpfen bzw. -Fonds - allerdings, neben dem daraus sich ergebenden Brüsseler Mitspracherecht , auch mit der entsprechenden Verantwortlichkeit gegenüber der Europäischen Union (inklusive Lobby-Aktivitäten). Hierbei ist von den EU-Förderungs-Initiativen wohl das sogenannte INTERREG-Programm das wichtigste, denn dieses ist ausgerichtet auf langfristige Finanzierungsprojekte bezüglich u.a.. Netzwerkbildung, Daten- und Informationsaustausch, Kommunikations-, Transport- und Verkehrsinfrastruktur, Tourismus, Unterricht, Arbeitsmarkt, Umwelt, Technologietransfer usw.- zuviel um alles aufzuzählen. Inzwischen ist das jährlich zu steuernde Brüsseler Finanzvolumen in der EMR auf über 100 Mio Euro angewachsen und hat sich auch eine entsprechende (neue) Organisationsstruktur für die Verwaltung der Euregio Maas-Rhein aufgebaut. Hierbei besteht der Stiftungsvorstand aus einem Gremium mit den Gouverneuren der niederländischen Provinz Limburg, bzw. der belgischen Provinzen Limburg und Lüttich, dem Ministerpräsidenten der Deutschen Gemeinschaft sowie dem Regierungspräsidenten von Köln für die Stadt Aachen und die Kreise Aachen, Düren, Heinsberg und Euskirchen, wozu noch jeweils drei weitere Vertreter der fünf Partnerschaftsgebiete kommen. Im beratenden Sinne ist diesem Stiftungsvorstand der sogenannte Euregio-Rat beigeordnet, ein Gremium von 81 Mitgliedern, verteilt über eine Erste Kammer mit 51 und eine Zweite Kammer mit 30 Mitgliedern: die Erste Kammer ist hierbei besetzt mit politischen Mandatsträgern aus den diversen Parlamenten, während die Zweite Kammer aus gesellschaftlichen Vertretern (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) unterschiedlichster Gruppierungen bezüglich u.a. Bildung, Natur, Umwelt und Gesundheit besteht. Allerdings besteht seitens der EMR-Bevölkerung als solche - ähnlich wie beim europäischen Parlament - keine Mitsprachemöglichkeit mittels direkter Wahlen und spielt sich das Ganze zudem auf der Grundlage der Freiwilligkeit ab: die Euregio-Parlementarierer erhalten für ihre Teilnahme an den Ratsversammlungen keine Vergütung und in diesem Sinne ist und bleibt viel Idealismus angesagt - die Anwesenheitspräsenz lässt dabei oft zu wünschen übrig... Sogar als es 2000 darum ging die aus 1995 stammende Organisationsstruktur des Euregio-Rats (mit 118 Mitgliedern in einem einzigen Gremium) in die vorgehend skizzierte zu ändern, war der Euregio-Rat beschlussunfähig und musste der Stiftungsvorstand diese Umstellung entsprechend beschliessen...

Insgesamt somit keine günstige Voraussetzungen an sich für die Bewältigung der anstehenden Problemstellungen und Projektanforderungen, jedoch zeigen sich Dynamik und Gestaltungswillen der Euregio Maas-Rhein ungebrochen und geht die Tendenz - wie in der Europäischen Union durch den Vertrag von Amsterdam dokumentiert - nach mehr Beteiligung, bzw. Transparenz für die Euregio-Bewohner, inklusive der erforderlichen Wechselwirkung mit dem jetzt 81-köpfigen, aus zwei Kammern bestehenden Euregio-Rat. Die in Maastricht erscheinende Tageszeitung "Dagblad de Limburger" kommentierte das bisher erreichte Stadium mit der lapidaren Feststellung "Von der Couveuse zum Puberstatus" - sehr treffend !

Weiter verfügt die Euregio Maas-Rhein jetzt auch über vier ständige Ausschüsse, in welchen der Stiftungsvorstand und die beiden Kammern zusammen ihre Vertreter entsenden. Es sind dies:


- der Ausschuss für Wirtschaft, Mittelstand, Technologie und Bildung
- der Ausschuss für Natur, Umwelt und Verkehr
- der Ausschuss für Gesundheit, Soziales, gesellschaftliche Angelegenheiten und Sicherheit
- der Ausschuss für Jugend, Kultur und überregionale Identität

Neben diesen ständigen Ausschüssen können auch themengebundene und zeitlich begrenzte Arbeitsgruppen geschaffen werden - diese Organisationsform hat sich u.a. bewährt während der BSE- und MKS-Landwirtschaftskrisen der letzten Jahre, als die Grenzen zwischen den verschiedenen Partnerschaftsgebieten zeitweise geschlossen werden mussten.

Schliesslich sei noch verwiesen nach der Zusammenarbeit der Euregio Maas-Rhein (www.euregio-mr.org) mit diversen anderen grenzüberschreitenden Aktivitäten wie:


- das Zusammengehen der Städte Maastricht, Heerlen, Hasselt, Aachen und Lüttich (seit 1993) im MHAL-Projekt (www.5plusnet.com)
- das "Dreiländerpark"-Projekt mit Beteiligung der niederländischen Provinz Limburg, der Region Flandern und der Region Wallonie sowie der Stadt und des Kreises Aachen (seit 2001). Hier ist das Ziel eine grenzüberschreitende Zukunftsvision für das Gebiet im Dreieck Aachen-Lüttich-Sittard zu entwickeln, speziell hinsichtlich der landschaftlichen wirtschaftlichen und touristischen Aspekte
- der grenzüberschreitende Verbund für die Zusammenarbeit der Universitäten in der Euregio Maas-Rhein (ALMA-Abkommen von 1991): ALMA ist hierbei der Verbund für die strukturelle Kooperation der Universitäten von Maastricht (UM), Aachen (Rheinisch Westfälische Technische Hochschule (RWTH)), Lüttich (Université de Liège (Ulg)) und Diepenbeek (Limburgs Universitair Centrum (LUC))
- die Organisation der EuRegionale 2008, eine grenzüberschreitende Version des alle zwei Jahre von Lande Nordrhein-Westfalen ausgehenden "Regionale"-Ausstellungs-Zyklus. Das dazugehörige sogenannte "bidbook"-Konzept wurde am 15. Oktober 2001 festlich präsentiert auf dem berühmten "Drielandenpunt" im niederländischen Vaals (mit 322,5 m die höchste Erhebung der Niederlande...). Teilnehmer sind, neben dem Land Nordrhein-Westfalen als Organisator, die Regio Aachen, die "Deutschsprachige Gemeinschaft" der belgischen Ostkantone, die niederländische "Parkstad Limburg" sowie "Südlimburg" inklusive Maastricht
- das jährlich stattfindende Euriade-Festival (kulturelles und edukatives Festival NL - BRD - B) im Rahmen der "Euregio Charlemagne"-Initiative der Zeitschrift EuriArtes
- die Zusammenarbeit der Handels- und Industriekammern aus den Städten Verviers, Eupen, Lüttich, Hasselt, Maastricht, Heerlen und Aachen (inklusive Arbeitsamt-Kontakte)
- der grenzüberschreitende Eurode-Gewerbepark in Kerkrade/Herzogenrath und das gleichfalls grenzüberschreitende Avantis-Gewerbepark-Projekt auf der Grenze der beiden Städte Heerlen und Aachen
- das AGENDA-Orgelkonzert-Programm für Orgelveranstaltungen in der gesamten Euregio, ausgehend von der S.O.L.-Stiftung im niederländischen Urmond
- der Grenzinfopunkt (" Infopunt voor grensoverschrijdende kwesties") mit kostenlosem Telefonnummer 0800 - 220145, auch aus Belgien und Deutschland, für grenzüberschreitende Fragen jeglicher Art (www.grensinfopunt.nl)

Die vorgehenden Ausführungen haben uns ein Bild gezeigt von der mehr "technischen" Seite der Euregio Maas-Rhein, von ihren diversen Organisationen, Projekten und Aktivitäten, um derart einen Gesamtüberblick bieten zu können vor allem ihres grenzüberschreitenden Charakters. Die Absicht dieses Buches ist jedoch - wie bereits angezeigt - ganz besonders die kulturhistorischen Aspekte der Euregio Maas-Rhein hervorzuheben und dadurch das Interesse der Euregio-Bewohner für einander zu stärken, bzw. derart einen Beitrag zu liefern, die "Europa ohne Grenzen"-Idee endgültig zum Durchbruch zu verhelfen. Die Aktualität der Euregio Maas-Rhein kann in allen seinen wirtschaftlichen bzw. kulturellen Aspekten deshalb nur verstanden werden, wenn der geschichtliche Werdegang nachgespürt und das Wissen um die Besonderheiten der EMR entsprechend propagiert wird. Im nachfolgend skizzierten "Euregio Carolus Magnus"-Konzept werden die daran zugrundeliegenden Gedankengänge sowie der reportagemässige Aufbau dieses Buches entsprechend dargelegt: das dabei entstandene Panorama vieler geschichtlicher bzw. aktueller Euregio-Besonderheiten ist überaus anregend.


Euregio Carolus Magnus

Die Euregio Carolus Magnus (ECM) wird von drei Staatsgrenzen und diverse Sprach- bzw. Dialektgrenzen durchschnitten : zum Teil fallen diese Grenzen zusammen (wie bei den Niederlanden und Deutschland), anderswo, wie im jetzt auf foederaler Grundlage organisierten Belgien, gehen die Sprachgrenzen kreuz und quer durch das Land. Hierbei trennt die in ost-westlicher Richtung verlaufende niederländisch-französische Sprachgrenze die Region Flandern (mit der Provinz Limburg) von der Region Wallonie. Innerhalb der Region Wallonie (Provinz Lüttich) hat die "Deutschsprachige Gemeinschaft" (Communauté Germanophone) ihren einmaligen autonomen, flächenmässig genau definierten Selbstverwaltungs-Status erworben, während im Grenzbereich zwischen dem niederländischen Südlimburg und der wallonischen Provinz Lüttich die "Voerstreek"-Region in ihrer Eigenschaft als flandrische Enklave bereits für viel sprachstreitige Furore gesorgt hat - manchmal mit recht harten Bandagen ausgetragen.

Und doch funktioniert alles irgendwie und sind die an den Berührungsflächen gefundenen Lösungen im Sinne eine Mini-Europas beispielhaft für die EU-Problematik der Verständigung zwischen den (zur Zeit noch) 15 Mitgliedern geworden.Dabei gab es in der Euregio Carolus Magnus natürlich auch bereits in früheren Zeiten viele territorialen Grenzen, jedoch waren diese meistens häufigen Änderungen unterworfen und nicht derart einschneidend wie heute der Fall. In den geschichtlichen Kapiteln (Teil I) wird auf die vertrackten Entwicklungen seit den Römern ausführlich eingegangen: "Grenzen in Fluss" eben...!

Dennoch lassen wir aus diesen zweitausend Jahren hier kurz die karolingische Periode aufblitzen, in welcher Kaiser Karl der Grosse, lateinisch Carolus Magnus, ein bis heute nachwirkendes Erbe hinterlassen hat. Geboren 742 in Herstal direkt bei Lüttich (Karl der Grosse war somit "Wallone") residierte er in Aachen (von wo aus er 800 in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gekürt wurde), pilgerte er nach Maastricht (zum Grab des St.Servatius) und ritt er bei Eupen in den Ardennen zur Jagd. Karl der Grosse lebte und dachte "grenzenlos" und als er am 28. Januar 814 frühmorgens in Aachen verstarb, war das Gebiet zwischen Aachen, Lüttich und Maastricht "das" Verwaltungszentrum seines Kaiserreichs - hier fühlte der Kaiser sich "zu Hause".

Das von ihm von hier aus regierte Karolingische Reich streckte sich aus von den Pyrenäen bis zu Elbe, von der Nordsee bis Italien und war damit beinahe gleich gross wie das von den Gründervätern Adenauer, Schumann und de Gasperi nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Weg gebrachten (neuen) Europa. Und nicht umsonst wird Karl der Grosse in diesem Zusammenhang immer wieder als Urvater des europäischen Gedankens betrachtet, wobei zu jener Aussage jedoch gewisse Relativierungen anzubringen sind, denn der Kaiser hat "sein Europa" nichtzuletzt durch eine überaus robuste Machtpolitik im politischen Sinne geeint - und dies deckt sich nicht mit dem fortschreitenden friedlichen Prozess der europäischen Einigung heutiger Tage. Kriege und Blutvergiessen, seine "Missionierung mit dem Schwert" haben bei Karl dem Grossen immer im Vordergrund gestanden, jedoch hat er - nachdem offensichtlich der Zweck die Mittel geheiligt hatte - die von ihm derart konsquent durchgezogene Machtpolitik anschliessend genutzt, um eine für jene Zeit ungeahnte Kulturpolitik auf den Weg zu bringen. Er hat einer weitgehend ungebildeten Adelsgesellschaft das Bewusstsein vermittelt, dass Reformen immer nur auf der Höhe des jeweiligen Wissens zu leisten sind, d.h. der wiederentdeckten antiken Werte im philosophischen, literarischen und nichtzuletzt technischen Sinne. Dies politisch in einer solchen zerstrittenen Gesellschaft durchzusetzen stellte deshalb eine äusserst bemerkenswerte Leistung dar und aus diesem Grunde ist dies der besondere Beitrag Karls des Grossen zur aktuellen Gedanke der "Gestaltwerdung des Kontinents Europa" gewesen. Auf der Suche nach seiner Identität darf das heutige Europa deshalb nicht darauf verzichten, mit aller Kraft das kulturelle Erbe zurückzugewinnen, das von Karl dem Grossen hinterlassen und mehr als ein Jahrtausend bewahrt worden ist. Es ist auch aus diesen Gründen, dass wir für die kulturhistorische Aufarbeitung dieses besonderen Stückchens "Mini-Europa" namens Euregio Maas-Rhein dem vorliegenden Buch den Titel "Euregio Carolus Magnus - Grenzen in Fluss" gegeben haben - sozusagen als Reminiszenz an einen grossen Europäer.

Der Hinweis auf das Städtedreieck Maastricht-Aachen-Lüttich soll diese Absicht noch weiter unterstreichen - hier war - wie wir gesehen haben - bereits zu karolingischen Zeiten ein Schmelztiegel Europas entstanden. Beim (häufigen) Stöbern in der (riesigen) antiquarischen Buchhandlung de Slegte direkt beim Maastrichter Vrijthof wurde mit dem Fund des einmaligen Buchwerks "Land zonder Grens" (Brüssel 1958) vom Lütticher Universitätsprofessor Dr. Jean Lejeune übrigens die Idee zum vorliegenden Besonderheiten-Buch geboren: Die Entwicklungsgeschichte des Städtedreieck Maastricht-Aachen-Lüttich finden wir im Buchwerk Lejeunes besonders anschaulich dargestellt und es war ein echter Genuss dieselbe derart kompetent und ausführlich kennenlernen zu dürfen. Für ein besseres Verständnis von Inhalt und Aufbau dieses Buches ist sodann noch die besondere Lage der niederländischen Provinz Limburg, in ihrem südlichen Teil wie eine unförmige Sechs appendixartig an die Niederlande gesetzt und hier Belgien und Deutschland von einander trennend, zu berücksichtigen - eine überaus geschichtsträchtige und manchmal auch höchst kuriose Grenzziehung in diesem Stückchen Mini-Europa, auf die noch ausführlich eingegangen wird.

Ausgehend von Maastricht sind wir für die logische Gestaltung unseres Buches dieser Sechsform in einer rechtsdrehenden Spirale - im Sinne des EMR-Emblems - nachgegangen und haben wir derart die jeweiligen Schwerpunktbereiche unserer Betrachtungen festgelegt - die hierbei in Teil II gewählte Kapitelfolge ergibt sich dabei stichwortartig wie folgt:


- "Limburg",

ein alter Name macht Geschichte
- "Die Maas",

an ihren Ufern tobten die Schlachten
- "Maastricht",

eine zweitausend Jahre alte Stadt an der beständig fliessenden Maas, mit reichhaltiger Geschichte und voller Monumente
- "Selfkant",

dort wo Deutschland Südlimburg fast von der Rest der Provinz Limburg abtrennt - ein immer umstrittenes Gebiet
- "Jülich",

als Hauptstadt des einstigen mächtigen Herzogtums jetzt High-Tech-Schmiede.
- "Parkstad Limburg",

eine an das Ruhrgebiet erinnernde Häuserwüste, einst Mittelpunkt des niederländischen Kohlereviers
- "Kerkrade/Herzogenrath",

als Eurode die erste grenzüberschreitende Gemeinde Europas, links und rechts der Wurm
- "Aachen",

die im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstörte Stadt der Kaiser und Könige, wieder auferstanden "wie Phoenix aus der Asche"
- "Nordeifel",

mit seinen vielen historischen Stätten und attraktiven Stauseen ein touristischer Magnet erster Klasse
- "Ostkantone"

fast ein Stückchen deutsches Ausland, gelebt und verwaltet von der "Deutschen Gemeinschaft" (Communauté Germanophone) als vollwertiges Mitglied des (neuen) Föderalstaats Belgien, sogar mit eigenem Radiosender BRF
- "Pays de Herve" (Land von Herve),

einst mit dem nach dem Wiener Kongress geschaffenen Gebiet von Neutral-Moresnet ein fast hundertjähriges Kuriosum allerersten Ranges im "nationalen Europa" aufweisend
- "Mergelland",der sanfthügelige Südteil "Südlimburgs", durchschnitten von den

malerischen Flüsschen Geul und Gulp, Inland und Ausland zugleich für die zahllosen "Holländer" aus dem Norden
- "Voerstreek" (Fourons),

die kleine flandrische Enklave in der Region Wallonie, an der Grenze zum niederländischen Südlimburg, und heissumkämpftes Symbol im belgischen Sprachenstreit
- "Hautes Fagnes/Ardennes",

touristischer Magnet mit zahllosen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, geprägt von einer wilden landschaftlichen Schönheit und gesegnet mit einer reichhaltigen kulturhistorischen Vergangenheit
- "Condroz",

Trinkwasser für Brüssel und Atomreaktoren für Belgien - eine seltsame Kombination in einer geschichtsträchtigen Gegend mit viel Natur
- "Liège" (Lüttich),

die brausende Stadt, "Paris an der Maas", mit seinem unnachahmlichen Ambiente schon seit vielen Jahrhunderten tonangebend im Norden
- "Hesbaye/Haspengouw",

mit der wallonisch-flandrischen Sprachgrenze mittendurch, geprägt von viel Raum, weiten Flächen und stillen Dörfern, verträumt und dynamisch zugleich
- "Midden-Limburg/Kempen",

im Herzen der flandrischen Provinz Limburg bilden Hasselt und Genk die modernen städtischen Alternativen zu den weiten Heide- und Dünenlandschaften der Kempen-Region
- eine überaus bemerkenswerte Kombination von "einst" und "heute"
- "Maasland",

geprägt von der hier stark meandernden Maas, mit einer üppigen Geschichte und noch mehr Wasser (manchmal zuviel...!)
- "Roermond",

eine niederländisch-deutsche "Angelegenheit", angereichert mit geldrischer Vergangenheit
und niederrheinischer Gegenwart, links und rechts der Maas

Diese Stichwort-Kapiteln (siehe auch erweitertes Inhaltsverzeichnis) sind im inhaltlichen Sinne einzeln lesbar und gemäss der von und zugrunde gelegten, manchmal ausgesprochen subjektiven Kriterien wie Neugierde, Entdeckergeist und geschichtliches Interesse gestaltet. Sie sind somit weniger Reiseführer - denn für die jeweils besprochenen Städte und Regionen gibt es diese in allen möglichen Variationen - als vielmehr Wegweiser in einer Fundgrube vielfältigster Besonderheiten der Euregio Carolus Magnus - und auch nur wieder in einer begrenzten Auswahl....Aber dennoch ausreichend zum ErFahren, KennenLernen und BeGreifen der vergangenen oder aktuellen Situation an der Stelle, wo man gerade steht oder geht - weil das Ganze so noch mehr Spass macht...! Wir jedenfalls sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen, als wir uns "auf die Socken" machten in der Euregio Carolus Magnus. Dem neugierigen Leser sei es gegönnt, dass ihm solche bereichernde Erfahrungen gleichfalls gelingen werden - denn dafür wurde dieses Buch ja schliesslich geschrieben...!

 


I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

VO R W O R T

E I N L E I T U N G

Euregio Maas-Rhein

Euregio Carolus Magnus

T E I L  I

STREIFZUG DURCH DIE GESCHICHTE DER EUREGIO CAROLUS MAGNUS

RÖMISCHES ZEITALTER - PAX ROMANA

VÖLKERWANDERUNG UND UMBRUCH

FRÜHES MITTELALTER - CAROLUS MAGNUS

LEHNSWESEN UND FEUDALZEIT

SPÄTES MITTELALTER - ROMANISCHE PERIODE

Lüttich

Aachen

Maastricht

SPÄTES MITTELALTER - GOTISCHE PERIODE

AUFBRUCH UND KRIEGE DER NEUZEIT

Maastricht

Aachen

Lüttich

FREIHEITSHELD WILHELM VON ORANIEN - NASSAU

ENDZEIT DES ANCIEN RÉGIME

Städtedreieck Maastricht - Aachen - Lüttich

FRANZÖSISCHE REVOLUTION - NEUE ZEITEN UND NEUE GRENZEN

WIENER KONGRESS - GRENZEN IN FLUSS

Grenzen Belgien - Niederlande - Deutschland

Maastricht

Aachen

Lüttich

KÖNIG WILHELM I VON ORANIEN - NASSAU

ZWEI WELTKRIEGE UND EUROPA DANACH

Europa am Boden

Europa im Aufwind

T E I L II

WEGWEISER DURCH DIE BESONDERHEITEN DER EUREGIO CAROLUS MAGNUS

LIMBURG - VOM HERZOGTUM ZUR PROVINZ

DIE MAAS - FLUSS IN GRENZEN

Maasinformation

Maaswasserverteilung

MAASTRICHT - STADT IM STRESS

Die Basilika von St.Servatius

Die Mergelgrotten von Slavante

SELFKANT - NOMEN EST OMEN

Die niederländische Annexion des Selfkant-Gebiets

Die "internationale Strasse"

Niederländisches am Rande

JÜLICH - HIGH-TECH AUF HERZOGS SCHOLLE

Geschichte der Stadt Jülich

Gegenwart der Stadt Jülich

Rurstadt Düren

PARKSTAD LIMBURG - KOHLE VON GESTERN UND SCHNEE VON HEUTE

Heerlen

Hoensbroek

Landgraaf

Ubach over Worms

Brunssum

KERKRADE / HERZOGENRATH - EURODE HEISST DAS KIND

AACHEN - WIE PHOENIX AUS DER ASCHE

Mythos Karl der Grosse

Kulturdenkmal Aachener Rathaus

Unesco Weltkulturerbe Aachener Dom

CHIO Aachen

Burtscheid - Kornelimünster

NORDEIFEL - WASSER MARSCH ! WASSER STOP !

Eifeldörfer Monschau - Roetgen - Simmerath

Eifelstädte Zülpich - Euskirchen - Münstereifel

Eifeldörfer Nettersheim - Blankenheim - Hellenthal

OSTKANTONE / HAUTES FAGNES - DAS ETWAS ANDERE BELGIEN

Hautes Fagnes

Vennbahn

Eupener Land

Rundum den See von Bütgenbach

St.Vither Land - Ameltal

Ourtal

PAYS DE HERVE - REMOUDOU UND ESPERANTO FRIEDLICH VEREINT

Ein Käse namens Remoudou

Das neutrale Gebiet von Moresnet

Die Esperanto-Vision von Moresnet

Das touristische Gebiet von Moresnet

Das zisterzienserische Gebiet von Val-Dieu

MERGELLAND - EIN STÜCKCHEN HOLLÄNDISCHES AUSLAND

Meerssen

Valkenburg

Vaals

VOERSTREEK - "WAAR DE VLAMING THUIS IS "

Voerendörfer Moelingen - 's-Gravenvoeren

Voerendörfer Sint-Martensvoeren - Sint-Pietersvoeren

Voerendörfer Remersdaal - Teuven

ARDENNES - " KEIN SCHÖNER LAND "

Verviers (Pays de Vesdre) - Waimes (Hautes Fagnes)

Stavelot - Malmédy

Spa - Franchimont

CONDROZ - GRATWANDERUNG ZWISCHEN MAAS UND ARDENNEN

Condrozdörfer Sprimont - Aywaille

Condrozdörfer Esneux - Comblain-au-Pont - Hamoir

Condrozdörfer Modave - Tihange

Dad Land von Huy

LIÈGE - DIE FEURIGE STADT DER WALLONEN

Ein Stadtheiliger namens Saint Lambert

Eine Stadtlegende namens Tschantchès

Zwei Söhne Lüttichs

HESBAYE / HASPENGOUW - EINE SPRACHGRENZE MITTENDURCH

Amay - Parc Naturel des Vallées de la Burdinale et de la Méhaigne - Waremme

Awans - Juprelle - Bassenge

Riemst

Tongeren (Tongres)

Sint-Truiden (St.Trond) - Borgloon

MIDDEN-LIMBURG / KEMPEN - ERFOLGSSTORY MIT KANÄLEN

"Zuid-Willemsvaart"-Kanal

Albertkanal

Verhältnis Belgien-Niederlande

Provinzhauptstadt Hasselt

Bilzen

Genk

Kempenland

Kempenstädte Leopoldsburg - Beringen

Kempenstädte Lommel - Bocholt

MAASLAND - WO FLANDERN WIEDER "FLÜSSIG" WIRD

Maasländische Geschichte

Maasländische Gegenwart

Maasländische Renaissance

Handelsstrasse Maas

Lanaken - Rekem

Maasmechelen - Eisden

Maaseik - Kinrooi

ROERMOND - MAASSTADT AM NIEDERRHEIN

Bischofsstadt Roermond

Erkelenz - Wassenberg - Wegberg

Das Land von Thorn