Offenes Pamphlet aus Hamburg zu den Aktivitäten S.-Y. von Budzyns in München
nach dem Motto

G I B   B U D   -   Z Y N I S M U S   K E I N E   C H A N C E

oder

Die „Verzwergung“ der transsexuellen Philosophie und die daraus resultierenden Folgen für das Transsexuellen-Selbsthilfe-Oeffentlichkeits-Bild in Deutschland
 

Simone-Yvonne von Budzyn ist eine überaus nett anzusehende Person - Kostüm, Minirock, hochhackige Pumps und blonde Haarpracht vermitteln seit Jahren den Eindruck einer Art Dame Edna auf bajuwarisch. In ihrem Vereinsblättchen „Neues Leben Nova“ ist von Budzyn („bürgerlich“: Budzynski) allerdings kein solcher Ausbund an Nettigkeit nach aussen: dort, nach innen also, wütet sie hemmungslos, ja „gnadenlos“, in allen Richtungen (Don Quichotte lässt grüssen), richtet über das Faktum Transsexualität als hätte sie dies gepachtet und lässt vor allem Andersdenkenden ihren vollen Zorn zukommen - wehe man ist in ihr Visier geraten, gewollt oder ungewollt. Da kennt sie dann gar nichts und haut munter - weil sie ja „Journalistin“ ist - und wütend in die Münchner Tasten - ein Amoklauf am (Schreib)-Computer sozusagen und niemand ist sicher vor derartigen Zornesausbrüchen (bud-)zynischer Machtart: Wehe wenn sie losgelassen......
 

Dabei hat von Budzyn ihre Verdienste (seit 1939) zweifellos gehabt und wer davon noch nicht ausreichend überzeugt war, wurde zuletzt noch in ihren Offenen Brief an den BdT (Bundesinitiative der Transsexuellen) in Berlin eines Besseren belehrt (Schreiben datiert vom 22.04.1994) - zwei Seiten reichten kaum aus, um sämtliche Einsätze von Budzyns für die transsexuelle Sache in Deutschland aufzuzählen - das (journalistische) Spektrum reichte immerhin von Günther Jauch bis zu Marianne Koch......
 

Gegen soviel uneitles, selbstloses Oeffentlichkeitsengagement ist auf dem ersten Blick nicht viel einzuwenden - sah es doch immer so aus als stünde die (transsexuelle) Sache im Mittelpunkt und erst danach die Profilneurose eines (transsexuellen) Besserwissers auf dem (Oeffentlichkeits-) Trip vom „Ratzeburger Achter“ zur „Münchner Achter“(bahn).....! Aber das dem meistens nicht so war, hat Budzynski mittels ihrer „journalistischen“ Attacken in „Viva“ bzw. „Neues Leben Nova“ auf alles was nicht in ihren (transsexuellen) Kram passt(e), mehrfach bewiesen. Mit ihren Brandmarkungs-Artikeln gegen viele Andersdenkende (wie meine Person beispielsweise) hat Budzynski die sachliche Ebene jedoch meistens vollends verlassen und sind ihre diesbezüglichen Stellungnahmen nur noch mit einer überaus brisanten Mischung aus Homophobie, Altersstarsinn und Vergesslichkeit zu erklären: die (Eigen-) Demontage eines (transsexuellen) „Mythos“ ist nicht zu übersehen. Leider?!
 

Eine solch schlimme (bud-)zynische „Entgleisung“ stellt beispielsweise ihre sogenannte „Buchkritik“ in der 6/94-er Ausgabe von „Neues Leben Nova“ über mein neues Sachbuch „Künstliche Geschlechter“ dar - hierin wird das betreffende Buch bereits vor dem Erscheinen, nur aufgrund meiner Person als Autorin, rüde zerfetzt. Ohne überhaupt den Inhalt des Werkes zu kennen, lässt von Budzyn eine überaus bezeichnende homophobe Geisteshaltung erkennen: eine solch bedenkliche Einstellung gab es doch schon mal.....- und immer wieder München! Zufall?

    In einem solchen Zusammenhang sollte Budzynski an den grossen deutschen Neuzeit-Philosophen Karl Popper (1902 - 1994) erinnert werden, über den es in einem Spiegel-Nachruf (39/1994, S.231) hiess:
 

„Der Wegweiser, den Popper für Staat und Wissenschaft aufstellte, trug die Inschrift „Falsifikation“. Er lenkt nicht nur zu einer ewigen Wahrheit, sondern auf einen Weg der kleinen Schritte, zur Springprozession „Versuch und Irrtum“. Seit Platon, schrieb Popper, ist der Grössenwahn die am weitesten verbreitete Berufskrankheit der Philosophen. Die Tätigkeit des Falsifizierens ist wahnfrei: Es geht nicht um den Wahrheitsbeweis (Verifikation) eines Satzes oder einer Theorie, sondern um Fehlersuche und Fehlerkorrektur und dadurch um Annäherung an die Wahrheit“.
 

Sowie: „Diese Methode zu verfolgen“, schreibt Popper, „sei nicht nur eine Weisheitsregel, sondern geradezu, eine moralische Pflicht - die Pflicht zur dauernden Selbstkritik, zum dauernden Lernen, zu dauernden kleinen Verbesserungen unserer Urteile, unserer Theorien.“
 

Von Budzyn ist jedoch offensichtlich jetzt stehengeblieben, und deswegen ist die Zeit gnadenlos über sie hinweg gerollt- denn das alt-chinesische „Es ist alles im Fluss“- Denken ist in unserer rasanten Epoche mehr denn je zur allesbeherrschenden Wahrheit geworden. Wer sich allerdings - wie von Budzyn dies praktiziert - in sein transsexuelles Eigen-Biotop verschanzt und dort nicht mehr ansprechbar ist bzw. sich der Auseinandersetzung in diffamierender Absicht uneinsichtig widersetzt, hat das Recht verloren für die transsexuelle Sache zu sprechen bzw. eine „Guru“-Funktion auszuüben. Von Budzyn hat sich selbst ausrangiert und es nicht gemerkt.....!
 

In diesem Zusammenhang darf natürlich nicht unterschlagen werden, dass die von etlichen weiteren transsexuellen „Gurus“ (wie Donaubauer, Schiffels u. cs.) eingeschlagene „Verzwergungs“-Philosophie des transsexuellen Syndroms - gemäss dem sogenannten Eigenmächtigkeits-Motto „Ich und die Wah(n)(r)heit - inzwischen zu einer medialen Konfusion allererster Güte auf der offensichtlich nach oben unbegrenzt offenen Peinlichkeitsskala geführt hat - das monotone „Im falschen Körper“-Credo ist zum unglaubwürdigen „Lächerlichkeits“-Wahn-Spektakel abgewirtschaftet worden: man (Mann!) gönnt sich ja sonst nichts.....! Und wenn Donaubauers Medien-Groteske von 400´000 Transsexuellen in Deutschland (eine gewollte 50-fache Ueberhöhung der tatsächlichen Zahl von ca. 8´000) in Relation gesetzt wird zur (amtlichen) Zahl von nur 1400 TSG-Transsexuellen in 10 Jahren Transsexuellengesetz in Deutschland (1981-1990, Quelle: Sonderdruck „Recht und Psychiatrie“, Jahrgang 11, 1993, S. 94-107 von Susanna Osburg/Cordula Weitze), wird plötzlich klar- was imgrunde zutiefst beschämend ist-: eitle Wichtigtuerei, skrupellose Oeffentlichkeits-Irreführung sowie hemmungslose Profilneurose als Charakteristikum der gängigen deutschen Transsexuellen-Selbsthilfe-Politik, „koste es was es wolle“ und sei es die eigene Glaubwürdigkeit......Und die ist wohl jetzt endgültig dahin!
 

Und so kommt es, dass es über die transsexuelle Prostitutionsszene in Singapur im Spiegel 3/1995 u.A. heisst: „Das handwarme Tuntenballett im Boomboomroom bringt keine erotische Spannung rüber. Die falschen Damen sehen aus wie falsche Herren, die aussehen wie falsche Damen“ usw. oder es im Spiegel 46/1995 heisst: „Die Domina ist eher eine Randexistenz für Aussenseiter. Die meisten Männer wollen unterwürfige Frauen. Oder unterwürfige Männer dort, wo es die Frauen an der erwünschten Subordination fehlen lassen (!). Im Bois de Boulogne bei Paris, Frankreichs grössten Freilandpuff, wo neue Trends im Sexgeschäft sich gewöhnlich schneller abzeichnen als anderswo, haben die hochservilen (!) Transvestiten und Transsexuellen einen Marktanteil von 25 Prozent am Bumsbusiness erobert - nicht bei schwulen sondern bei heterosexuellen Freiern (Kästchendenken Quo Vadis bzw. wie kann Erich Wiedemann das alles so genau auseinanderhalten?) sowie abschliessend süffisant-überheblich vermerkt wird: „Der Transsexuelle ist die ideale Frau“ (d.h. nach eigenem, im patriarchalischen Sinne zurechtgelegtem Gusto.....).
 

Oder wenn in der Spiegel-Ausgabe 20/1994 die Rede ist von transsexuellen Fischen oder -noch schlimmer-, wenn es zu solchen überaus entsetzlichen Reportagen kommt wie in der S-Zett-Magazin -Sendungs-Klamotte über den Kastrationswahn eines Irrenden und seines (Münchener) Exekutors. Was sagt Simone-Yvonne von Budzyn zu solchen entlarvenden Auswüchsen eines offensichtlich fest und tief einbetonierten, patriarchalischen Ueberheblichkeits- und Machbarkeitsdenkens nach uraltem „illusio virilis“-Muster? Wohl gar nichts! Weil man (Mann!) genau weiss, dass soviel Dummheit und Unwissenheit nichtzuletzt auf den eigenen, lauthals nach aussen posaunierten „Mist“ gewachsen ist - wer über Jahre und offensichtlich „blind“ im Medien- bzw. Oeffentlichkeitsunterholz wütet, kann nicht länger ernst genommen werden, wenn es darum geht die eigentliche „Wahrheit“ des transsexuellen Syndroms auf den Grund zu gehen bzw. zur Diskussion zu stellen.
 

In einem solchen Sinne bleibt somit nur noch die Feststellung, dass von Budzyn ihre Schuldigkeit getan hat und (endlich) gehen kann bzw. soll. Dass sie dies inzwischen wohl offensichtlich eingesehen hat und sich überall auf dem Rückzug befindet (Aus- und Rücktritte allenthalben!) ist eine höchst erfreuliche Sache - auf eine derartige (bud-)zynische Primitivabkanzlung Andersdenkender mittels peinlich-homophober Argumente kann getrost künftig verzichtet werden: die Zeiten ändern sich eben.....! Und für Fossile sind noch immer die Museen zuständig, jedoch nicht die Medien!
 

Deshalb: „Es war nett Sie kennengelernt zu haben, „Frau“ von Budzyn - leider ist für Ihren (transsexuellen) Fundamentalismus kein Platz mehr vorhanden. Lassen Sie bitte nie mehr etwas diesbezügliches von sich vernehmen - das müsste sich doch wohl irgendwie einrichten, oder“?


Hamburg, den 03.03.1995

Johanna Kamermans
Grosse Bergstrasse 160
22767 Hamburg

Autorin der beiden Sachbücher:

„Mythos Geschlechtswandel“ (1992) und „Künstliche Geschlechter“ (1995)

INFORMATION statt INDOKTRINATION ist die (transsexuelle) ZUKUNFT!